Plattform
Sexualpädagogik
Südtirol

Statut-der-Plattform

waldemarker Dezember 1, 2020 @ 4:56PM

VEREINSSATZUNGEN
Plattform für Sexualpädagogik Südtirol (PSPS)

genehmigt am 04. April 2012 im Landhaus VII der Provinz Bozen, Andreas-Hofer-Straße 18 in 39100 Bozen

 I. ALLGEMEINES

Artikel 1: Name, Sitz, Dauer, Rechtssubjekt und Ehrenamtlichkeit

Die „Plattform für Sexualpädagogik Südtirol (PSPS)“ ist ein ehrenamtlich und gemeinnütziger Verein ohne jegliche Gewinnabsicht.
Der rechtliche Sitz befindet sich am Wohnort des/der jeweiligen Vorsitzenden.
Die Dauer der „Plattform für Sexualpädagogik Südtirol (PSPS)“ ist unbegrenzt. Alle Ämter und Funktionen in den Gremien des Vereines werden ehrenamtlich erbracht.

Artikel 2: Beschreibung des Vereins

Die Plattform für Sexualpädagogik Südtirol ist ein Zusammenschluss von Sexualpädagog*innen und Sexualwissenschaftler*innen. Sie möchte gemeinsame Interessen der Sexualpädagogik in Südtirol voran bringen und orientiert sich an den Prinzipien der emanzipatorischen Sexualpädagogik. Emanzipatorische Sexualpädagogik bedeutet für die PSPS eine auf Selbstbestimmung und Verantwortung basierende sexualpädagogische Begleitung.

II. SELBSTVERSTÄNDNIS, ZIELE, AUFGABEN

Artikel 3: Selbstverständnis

Die Plattform orientiert sich an folgendem Selbstverständnis:

Menschenbild:

Die Plattform versteht den Menschen in seiner Einmaligkeit als eine dynamische Einheit von Körper, Seele und Geist. Selbstbestimmung und Entscheidungsfreiheit sind Grundrechte eines jeden Menschen.
Männer und Frauen prägen den gesellschaftlichen Rahmen und werden zugleich von ihm geprägt.

Verständnis von Sexualität:

Sexualität ist ein Grundbedürfnis und Grundrecht aller Menschen. Sie ist Lebensenergie, die in allen Phasen des Lebens wirksam ist. Sexualität hat viele Gesichter und Ausdrucksformen: liebevolle, zärtliche, leidenschaftliche, heitere und belebende, aber auch dumpfe, leere und gewaltsame. Sexualität spielt eine wichtige Rolle bei der Identitätsfindung, in der Beziehung zu sich und zu anderen.

Unser Verständnis von Sexualpädagogik:

Sexualpädagogik soll ermöglichen, den Weg zu einer selbstbestimmten, vielgestaltigen, ganzheitlichen und sinnlichen Sexualität zu finden und zu gehen. Dabei soll sie begleiten und Hilfestellungen bieten bei der Reflexion sowie Konfrontation auf persönlicher, pädagogischer und Informationsebene.

Artikel 4: Ziele

Die Plattform setzt sich in der sexualpädagogischen Arbeit mit den verschiedenen Zielgruppen folgende Ziele:

Persönliche Ebene:

Die PSPS will die Auseinandersetzung fördern

  • mit der eigenen sexuellen Biographie,
  • mit dem persönlichen Umgang mit Sexualität, den eigenen Bedürfnissen und Wünschen,
  • mit den geschlechtsspezifischen Besonderheiten von Sexualität,
  • mit den verschiedenen sexuellen Orientierungen und Lebensformen.

Pädagogische Ebene:

Die PSPS hat die Stärkung der Eigenverantwortung und Selbstbestimmung zum Ziel.

  • Durch die Begegnung mit anderen Sichtweisen will sie helfen, eine eigene Meinung zu bilden und zu festigen (im Bewusstsein, dass es auch andere Meinungen gibt).
  • Die PSPS will Lernprozesse in Gang setzen, durch die ein sinnbestimmtes und wertorientiertes Urteilen und Handeln ermöglicht wird.
  • Sie will Mädchen und Jungen anregen, sich mit ihren Bedürfnissen, Gefühlen und Phantasien, der Vielfalt und der je eigenen Form des Lustempfindens auseinanderzusetzen.
  • Sie will die Möglichkeit bieten, sich mit den Sonnenseiten und Schattenseiten der Sexualität auseinanderzusetzen.

Informationsebene:

Die Plattform will grundlegende Kenntnisse vermitteln über psychosexuelle und körperliche Entwicklungen sowie über Ausdrucksformen der Sexualität, Empfängnisverhütung, sexuell übertragbare Krankheiten und ihre Prävention, über Sexualität und Beziehung, Sexualität und Geschlecht, sexuelle Orientierungen, Sexualmoral, Sexualideologien sowie über die Vermarktung von Sexualität.

Die PSPS will über Kontaktstellen sowie über soziale und rechtliche Fragen informieren.

Artikel 5: Aufgaben der Plattform

Die Plattform hat folgende Aufgaben:

  • Ansprechpartner*in zum Themenbereich Sexualität zu sein
  • Fortbildung und Praxisbegleitung für die Mitglieder zu aktuellen sexualpädagogischen Themen zu organisieren und die entsprechende Finanzierung zu sichern,
  • Kontakte zu in- und ausländischen Einrichtungen, die in ähnlichen Bereichen arbeiten, herzustellen,
  • Organisation von Projekten, Fortbildungsangeboten, Seminaren, Tagungen für verschiedene Zielgruppen,
  • Produktion und Publikation von Broschüren und Informationsmaterialien,
  • Konstituierung des Referierendenpools,
  • Bildung von Arbeitsgruppen,
  • Stellungnahmen zu sexualpädagogisch relevanten Themen,
  • Öffentlichkeitsarbeit.

Das Tätigkeitsprogramm und die Arbeitsschwerpunkte orientieren sich an den Bedürfnissen der Mitglieder und der jeweiligen Zielgruppen.
Der Verein versteht sich als überparteilich und überkonfessionell.

III. FINANZEN

Artikel 6: Vermögen / Finanzierung

Die Plattform für Sexualpädagogik Südtirol finanziert seine Tätigkeiten durch:

  • Mitgliedsbeiträge, sofern die Vollversammlung die Einhebung solcher beschlossen hat,
  • allfällige Beiträge der öffentlichen Hand
  • freiwillige Spenden, Schenkungen, Überlassungen und Sammlungen,

Für die Sicherstellung der Finanzierung des Vereines sind dessen Organe verantwortlich.

IV. MITGLIEDSCHAFT

Artikel 7: Die Aufnahme in die Plattform

Grundsätzlich ist die Plattform für physische Personen mit folgenden Voraussetzungen offen:

  • abgeschlossene sexualpädagogische A usbildung (ISP-L ehrgang, LoveTalks, Sexualwissenschaftler*innen und vergleichbare Ausbildungen) bzw.
  • dokumentierte 112 Stunden in Theorie, Didaktik und Methodik der Sexualpädagogik, 60 Stunden in reflektierter Praxis

Weitere Voraussetzungen sind:

  • Bereitschaft zur Reflexion der sexualpädagogischen Praxis und Fortbildung
  • Arbeiten nach dem im Statut festgelegten Selbstverständnis sowie den Zielsetzungen

    Interessierte Personen stellen einen schriftlichen Aufnahmeantrag.
    Der Vorstand überprüft die Anträge, die Vollversammlung bestätigt diese oder lehnt ab. Ein Aufnahmegesuch kann nur mit Angabe der Gründe abgelehnt werden.

    Artikel 8: Rechte und Pflichten der Mitglieder

    Alle Mitglieder haben das Recht, an den Veranstaltungen und Versammlungen teilzunehmen und Vorschläge für die Vereinstätigkeit einzubringen.
    Die Mitglieder haben die Pflicht, die Vereinsstatuten einzuhalten, die Beschlüsse der Organe zu befolgen, die Vereinsinteressen zu fördern und den Mitgliedsbeitrag, sofern die Einhebung eines solchen von der Vollversammlung beschlossen worden ist, zu entrichten.

    Artikel 9: Erlöschen der Mitgliedschaft

    Ein Mitglied kann jederzeit aus der Plattform für Sexualpädagogik Südtirol (PSPS) austreten. Dafür bedarf es allerdings einer schriftlichen Kündigung, welche an den Vorstand des Vereines zu richten ist.

    Die Mitgliedschaft erlischt:

    • durch freiwilligen Austritt,
    • durch Ausschluss
      • sofern jährliche Mitgliedsbeiträge von der Vollversammlung festgelegt wurden und diese über ein Jahr, trotz schriftlicher Mahnung, nicht eingezahlt worden sind,
      • keine Beteiligung an den Tätigkeiten der Plattform erfolgt ist,
      • wenn ein Mitglied bei drei aufeinanderfolgenden Vollversammlungen unentschuldigt abwesend ist.
      • wenn ein Mitglied dem Ansehen der Plattform absichtlich groben Schaden zugefügt hat oder die geltenden Statuten nicht eingehalten hat.
    • bei Auflösung des Vereines Plattform für Sexualpädagogik Südtirol (PSPS).

    Der Ausschluss von Mitgliedern muss von der Vollversammlung mit einer Mehrheit von zwei Dritteln der anwesenden Stimmrechte beschlossen werden.
    Die geleisteten Beiträge werden im Falle des Austrittes oder Ausschlusses nicht rückerstattet.

    V. ORGANE

    Artikel 10: Gliederung Organe

    Die Organe der Plattform sind:

    • die Vollversammlung
    • der Vorstand
    • der*die Vorsitzende
    • die Rechnungsprüfer*innen, sofern eine Finanzgebarung besteht

      Artikel 11: Vollversammlung

      Die Vollversammlung besteht aus den Mitgliedern und diskutiert die für die Plattform relevanten Themen und trifft die grundsätzlichen Entscheidungen.

      Die Vollversammlung hat folgende Aufgaben:

      • die Festlegung der Ausrichtung und Richtlinien der Plattform für Sexualpädagogik Südtirol (PSPS),
      • die Wahl der im Statut vorgesehenen Organe in der vorher festgelegten Form (geheim mit Stimmzettel oder Handaufheben),
      • die Genehmigung des Tätigkeitsberichtes,
      • die Genehmigung der Jahresabschlussrechnung,
      • die Genehmigung des Tätigkeitsprogramms,
      • die Genehmigung des Haushaltsvoranschlages,
      • die Grundsatzentscheidung über die Einhebung jährlicher Mitgliedsbeiträge und gegebenenfalls die Festsetzung deren Höhe,
      • die Aufnahme und den Ausschluss von Mitgliedern;
      • die Beschlussfassung über alle Angelegenheiten, die der Vorstand auf die Tagesordnung gesetzt hat,
      • die Abänderung der Vereinsstatuten,
      • die Auflösung des Vereins.

      Alle Mitglieder treffen sich mindestens einmal jährlich zur Vollversammlung. Die
      Vollversammlung kann auch online stattfinden.
      Eine Vollversammlung muss einberufen werden, wenn wenigstens ein Zehntel der Mitglieder dies unter Angabe der Gründe mit schriftlichem Antrag an den Vorstand verlangt.
      Die Beschlussfähigkeit der Vollversammlung ist immer gegeben. Für die Entscheidung genügt die Hälfte + 1 der anwesenden stimmberechtigten Mitglieder mit Ausnahme von Statutenänderungen, Ausschlüssen von Mitgliedern und der Auflösung des Vereines, für die es eine Zwei-Drittel-Mehrheit braucht.
      Jedes Mitglied hat eine Stimme. Das Akkumulieren von Stimmen ist nicht möglich.

      Artikel 12: Der Vorstand

      Der Vorstand, welcher drei Jahre im Amt ist, setzt sich aus maximal fünf Personen zusammen und werden von der Vollversammlung gewählt. Die Wahl kann je nach Absprache geheim oder offen stattfinden. Die Kandidat*innen müssen Mitglieder der Plattform sein.

      Der Vorstand hat folgende Aufgaben:

      • Umsetzung der Vollversammlungsbeschlüsse
      • Wahl des*der stellvertretenden Vorsitzenden
      • Organisation und Begleitung der Fortbildungen
      • Qualitätssicherung – Angebote zur Supervision und Intervision
      • Kontakte zu in- und ausländischen sexualpädagogischen Plattformen und Ausbildungsanbietern
      • Informationsweitergabe bzgl. Fortbildungen, Tagungen
      • Vorbereitung und Moderation der Vollversammlung – Einladungen und Protokolle
      • Adressenpool laufend aktualisieren
      • Überprüfung der Aufnahmeanträge und Empfehlung an die Vollversammlung

      Artikel 13: Der*die Vorsitzende

      Der*die Vorsitzende ist die rechtliche Vertretung des Vereins. Er*sie vertritt den Verein nach innen, gegenüber Dritten und bei Gericht. Er*sie beruft den Vorstand zu Sitzungen ein und leitet dieselben.
      Der*die Vorsitzende sorgt für die Durchführung und Umsetzung der Beschlüsse des Vorstandes. In Dringlichkeitsfällen ist er*sie ermächtigt, die Vorstandsbefugnisse auszuüben, vorbehaltlich nachträglicher Genehmigung (Ratifizierung) durch den Vorstand in der nächsten Sitzung.
      In seiner*ihrer Abwesenheit nimmt der*die Stellvertreter*in all seine Funktionen und Aufgaben wahr.

      Artikel 14: Die rechnungsprüfende Personen

      Die rechnungsprüfende Personen werden unter der Voraussetzung ernannt, dass es eine Finanzgebarung gibt. Die Vollversammlung wählt für die Dauer von drei Jahren zwei Rechnungsprüfende mit einfacher Stimmenmehrheit. Sind mehr als zwei Kandidat*innen, wird die Wahl geheim durchgeführt. Sie haben die Aufgabe, die Finanzgebarung zu überprüfen und der
      Vollversammlung jährlich einen schriftlichen Bericht vorzulegen. Die Rechnungsprüfende müssen nicht Mitglieder der Plattform sein.

      Artikel 15: Auflösung des Vereines

      Die Vollversammlung kann mit einer Zwei-Drittel-Mehrheit die Auflösung des Vereines beschließen.
      Bei Auflösung des Vereines wird das Vermögen Organisationen mit gleicher oder ähnlicher Zielsetzung übertragen.

      Artikel 16: Regelung laut Zivilgesetzbuch

      Alles, was in diesem Statut nicht ausdrücklich festgelegt ist, wird durch die Vorgaben des Zivilgesetzbuches geregelt.